




Open Source Software - Ein Weg aus der Abhängigkeitsfalle zurück zur unternehmerischen Freiheit
von Uwe Küster (03. Mar 2007)
Am 16. März 2002 fasste der Ältestenrat des Deutschen Bundestages den Entschluss, Linux als zukünftiges Betriebssystem auf ca. 200 Servern einzusetzen. Er folgte damit den Empfehlungen seiner IuK-Kommission. Die von der SPD-Fraktion initiierte und von Bündnis90/Die Grünen mitgetragene Empfehlung wurde teilweise als halbherzig und als lauer politischer Kompromiss bezeichnet. In Wirklichkeit aber ist sie richtungweisend und ein deutliches Signal für öffentliche Verwaltung und Industrie, verstärkt Open-Source-Software (OSS) einzusetzen.
Der Erfolg von OSS liegt gerade in ihrer Offenheit: Funktionsprinzipien und fundamentale Designentscheidung werden in Entwicklerteams öffentlich diskutiert. Die Implementation kann von jedem, der über das nötige Wissen verfügt, frei von Beschränkungen analysiert werden. Freie Betriebssysteme helfen aber nur zum Teil, die marktbeherrschende Stellung von Microsoft bei Office-Software aufzubrechen. Um hier nennenswerte Fortschritte zu erzielen, muss nicht nur quelloffene Software vorhanden sein, sondern die Idee offener Standards ist auch konsequent auf die Formate anzuwenden, in denen die Daten gespeichert werden.
Dieser Artikel will den Gang des Entscheidungsprozesses in der IuK-Kommission skizzieren. Ausgehend vom organisatorischen Aufbau des Bundestages in Abschnitt 2, werden in Abschnitt 3 die Migrationsvarianten und die Entscheidungskriterien dargelegt. Abschnitt 4 geht auf die politischen Aspekte und die strategischen Überlegungen ein. Abschnitt 5 wird einige der Folgen der Bundestagsentscheidung diskutieren. In Abschnitt 6 werden Projekte skizziert, die eng mit offenen Dokumentenstandards verknüpft sind... (Auszug)
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