




Offene Geheimnisse - Die Ausbildung der Open-Source-Praxis im 20. Jahrhundert
von Gundolf S. Freyermuth (08. Mar 2007)
Die Open-Source-Praxis wirkt als treibende Kraft beim Übergang von der
industriellen zur digitalen Zivilisation. Ihr Ursprung liegt im Bedürfnis
nach Selbstbestimmung im Gebrauch digitaler Technologie, das um 1960 in den
Kreisen avantgardistischer US-Wissenschaftler entstand. Während der siebziger
und achtziger Jahre bildeten sich zentrale praktische Verfahrensweisen aus.
Mit der Eröffnung des WWW kam es in den neunziger Jahren zur globalen
Popularisierung und zur Prägung des Begriffs Open Source selbst.
Kennzeichen der innovativen Praxis sind die Selbstermächtigung der Nutzer, die
Evolution von Standards, die Entwicklung egalitärer Produktionsgemeinschaften,
die Kodifizierung von geistigem Gemeineigentum, vernetztes Wissensarbeiten und
konkurrierende Kollaboration. In ihrer aktuellen Gestalt bietet die
Open-Source-Praxis nicht nur Produktivitäts- und Wettbewerbsvorteile. Sie räumt
dem Einzelnen auch neue Freiheit ein, motiviert in höherem Maße und befähigt zu
kreativer Partizipation.
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gelungene und sehr spannende Aufarbeitung der Open-Source-Geschichte